Herbst ist Erntezeit - Er schenkt uns wertvolle Wildkräuter
Herbst, aus dem altgermanischen harbista, bedeutet Erntezeit: Äpfel und Birnen hängen reif an den Bäumen, die Kohlköpfe sind dich und rund und das Wurzelgemüse wartet darauf, geerntet zu werden.

Bild: Nadiye Odabaşı / Pexels
„Sind die Kartoffeln gut geraten, kann man sie sieden und braten“
Bauernspruch
Im September und Oktober erreicht der Herbst seine volle Entfaltung. Die Lebenskraft, die mit der Sonne verbundene ätherische Bildekraft, zieht sich zurück. Die Energie verdichtet sich, verschwindet von der Oberfläche und sinkt deutlich nach unten. Die Tage werden spürbar kürzer, die Luft wird kühler und es regnet häufiger. Aus den Bäumen schwindet das Chlorophyll, die Wälder leuchten in bunter Farbenpracht. Die Pflanzensäfte werden nach unten in die Wurzeln gezogen, die Blätter tanzen zu Boden und die Blumen verwelken. Herbststürme fegen übers Land und reissen weg, was nicht mehr niet- und nagelfest ist. Der Abbau ist in vollem Gange. Für die Pilze ist es die hohe Zeit; sie heben ihre bunten Fruchtkörper über den modrigen Boden empor und entlassen Abermilliarden Sporen zum Hochzeitsflug.
Die kahlgefressenen Weiden und einige alte Kuhfladen erinnern im aufkommenden Nebelschleier an die Rinderherden, die hier den Sommer verbracht haben.
Dies war auch für die Kelten das Jahresende, der Einstieg in die Traumzeit, um den Göttern näher zu sein. Nach Samhain = Halloween, wenn die Totengeister umgehen, nahm das Kräutersammeln und Ernten ein Ende. Danach waren die Pflanzen pukka = tabu, dann gehörten sie den Geistern, den Pucks oder Kobolden.
Auch wir Menschen sind Teil des natürlichen, mit der Sonne verbundenen Rhythmus, auch wenn wir in es in einer Zeit der Hektik und Elektronik leicht vergessen.
Quelle: Aus dem Buch: Einsichten und Weitblicke von Wolf Dieter Storl
Wildkräuter, die wir im Herbst ernten können
- Das Kleinblütige Knopfkraut oder auch Franzosenkraut genannt. Es enthält mehr Eisen als jedes Kulturgemüse und liefert viel Kalzium, Magnesium und Mangan. Für einen Salat empfehlen sich junge Triebe und Blüten
- Die Vogelmiere spriesst das ganze Jahr über. Die jungen Triebe und Blüten können als Salatgrundlage, in Wildkräuter-Smoothies oder als Wildkräuterspinat genutzt werden. Vogelmiere liefert viel Vitamin A, B und C und bietet weit mehr Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium als heimisches Gemüse.
- Besonders leicht zu finden sind das Wiesen-Labkraut und das Echte Labkraut, mit etwas Glück auch der Waldmeister. Verwendet werden die oberen Pflanzenteile zum Beispiel für Salate, Brotaufstriche und Smoothies
- Die Gundelrebe oder Gundermann ist eine der besten Heilpflanzen bei eitrigen, langwierigen Leiden. Bei einfachen Erkältungen kann sie gute Dienste leisten. Ihr Spitzname Wilde Petersilie gibt einen guten Anhaltspunkt für die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten in der Küche
- Vom Gänseblümchen kann das Grün und die Blüten in vielen Speisen verarbeitet werden. Sie sind besonders reich an Eisen und Vitamin C, und eine gerngesehene Dekoration auf den Speisen.
- Die Brennnesselsamen sind im Herbst wertvolle Energiespender. Sie wirken gegen Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, gelten als eines der besten natürlichen Aphrodisiaka und liefern sehr viel hochwertiges Pflanzeneiweiss.
- Die kleinen runden Blätter des Pfennigkrauts sind bis in den Winter hinein zu finden. Sie verfügen über besonders viel Kalium und bereichern den Speiseplan mit Kieselsäure, Gerbstoffe und Schleimstoffe an. In Kräuterquarks und Salaten entfalten sie sich prächtig.
Quelle: kostbarenatur.net
