Herbst, aus dem altgermanischen harbista, bedeutet Erntezeit: Äpfel und Birnen hängen reif an den Bäumen, die Kohlköpfe sind dich und rund und das Wurzelgemüse wartet darauf, geerntet zu werden.

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„Sind die Kartoffeln gut geraten, kann man sie sieden und braten“
Bauernspruch
Im September und Oktober erreicht der Herbst seine volle Entfaltung. Die Lebenskraft, die mit der Sonne verbundene ätherische Bildekraft, zieht sich zurück. Die Energie verdichtet sich, verschwindet von der Oberfläche und sinkt deutlich nach unten. Die Tage werden spürbar kürzer, die Luft wird kühler und es regnet häufiger. Aus den Bäumen schwindet das Chlorophyll, die Wälder leuchten in bunter Farbenpracht. Die Pflanzensäfte werden nach unten in die Wurzeln gezogen, die Blätter tanzen zu Boden und die Blumen verwelken. Herbststürme fegen übers Land und reissen weg, was nicht mehr niet- und nagelfest ist. Der Abbau ist in vollem Gange. Für die Pilze ist es die hohe Zeit; sie heben ihre bunten Fruchtkörper über den modrigen Boden empor und entlassen Abermilliarden Sporen zum Hochzeitsflug.
Die kahlgefressenen Weiden und einige alte Kuhfladen erinnern im aufkommenden Nebelschleier an die Rinderherden, die hier den Sommer verbracht haben.
Dies war auch für die Kelten das Jahresende, der Einstieg in die Traumzeit, um den Göttern näher zu sein. Nach Samhain = Halloween, wenn die Totengeister umgehen, nahm das Kräutersammeln und Ernten ein Ende. Danach waren die Pflanzen pukka = tabu, dann gehörten sie den Geistern, den Pucks oder Kobolden.
Auch wir Menschen sind Teil des natürlichen, mit der Sonne verbundenen Rhythmus, auch wenn wir in es in einer Zeit der Hektik und Elektronik leicht vergessen.
Quelle: Aus dem Buch: Einsichten und Weitblicke von Wolf Dieter Storl
Quelle: kostbarenatur.net