Vitamin B - unterschätzt, aber entscheidend: Warum es so wichtig ist

Veröffentlicht: Sonntag, 01. Juni 2025

Die acht Vitamine der B-Gruppe – darunter B1, B6, B9 (Folsäure) und B12 – gehören zu den vielseitigsten Mikronährstoffen überhaupt.

broccoli vitamin b

Bild: Katherine Jenswold / Unsplash

Vitamin B beeinflusst unsere Stimmung

Gemeinsam bilden die B-Vitamine ein eingespieltes Team, das an fast allen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt ist. Besonders beeindruckend ist ihre Rolle im Hormon- und Nervensystem: Ohne sie könnten lebenswichtige Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin gar nicht gebildet werden. Diese Botenstoffe beeinflussen unsere Stimmung, unser Stresslevel und sogar unseren Schlaf. Vitamin B6 und B12 unterstützen die Bildung von Melatonin und stabilisieren somit den Schlaf-Wach-Rhythmus. B-Vitamine spielen generell eine zentrale Rolle bei der Hormonbildung, da sie als Coenzyme in verschiedenen Stoffwechselprozessen fungieren, die für die Synthese von Hormonen unerlässlich sind.

Die B-Vitamine sind unverzichtbar für die Energieproduktion in unseren Zellen. Sie sorgen dafür, dass Kohlenhydrate, Fette und Eiweisse in nutzbare Energie umgewandelt werden. Gleichzeitig fördern sie die Regeneration von Haut und Schleimhäuten, stärken das Immunsystem und unterstützen eine gesunde Zellteilung. Kurz gesagt: Sie helfen uns nicht nur, den Alltag zu bewältigen, sondern aktiv unser körperliches und seelisches Gleichgewicht zu erhalten.

Wussten Sie übrigens, dass Vitamin D zwar kein Produzent von B-Vitaminen ist, aber ein wichtiger Regulator des Darmmilieus, in dem B-Vitamine produziert und aufgenommen werden? Ein Vitamin-D-Mangel kann daher indirekt zu einer schlechteren B-Vitamin-Versorgung beitragen, besonders wenn gleichzeitig eine gestörte Darmflora oder chronische Entzündungen vorliegen.

Was passiert bei einem Vitamin-B-Mangel?

Oft bleibt ein Mangel an B-Vitaminen lange unbemerkt – doch die Folgen können gravierend sein. Viele Menschen fühlen sich müde, abgeschlagen oder geistig weniger leistungsfähig, ohne zu wissen, dass ein schleichender B-Mangel dahintersteckt. Besonders kritisch ist dies bei Vitamin B12, das eine zentrale Rolle in der Nervenfunktion spielt. Wird es über längere Zeit nicht ausreichend aufgenommen, kann es zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Konzentrationsstörungen oder sogar bleibenden Nervenschäden kommen.

Auch psychische Symptome wie Reizbarkeit, depressive Verstimmungen oder innere Unruhe können ihre Ursache in einem Mangel an B-Vitaminen haben – insbesondere dann, wenn Stress, unausgewogene Ernährung oder Medikamente den Bedarf erhöhen. Entzündete Mundwinkel, blasse Haut, brüchige Nägel oder Haarausfall sind äussere Anzeichen, die ebenfalls auf ein Defizit hinweisen können. Besonders gefährdet sind Veganer, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Verdauungsproblemen, bei denen die Aufnahme der Vitamine gestört ist. Frühzeitiges Handeln lohnt sich, denn ein gut versorgter Körper erkennt man nicht nur von aussen, sondern spürt ihn auch von innen.

Warum gerade jetzt ein Vitamin-B-Komplex Sinn macht

In Zeiten hoher Belastung – ob mental, hormonell oder körperlich – steigt der Bedarf an B-Vitaminen. Sie wirken wie Schmieröl für den Körper: Sie sorgen dafür, dass unsere hormonellen Regelkreise funktionieren, unsere Nerven stark bleiben und wir uns körperlich wie geistig ausgeglichen fühlen.

Vitamin-B-Komplex – Ein Allrounder im Körper

Die acht verschiedenen B-Vitamine sind sehr vielfältig in ihrer Wirkungsweise.

Vitamin B ist eine Vitamingruppe, in der acht Vitamine zusammengefasst sind, die alle als Vorstufen für Koenzyme dienen. Die Nummerierung ist nicht durchgehend, weil sich bei vielen Substanzen, die ursprünglich als Vitamine galten, der Vitamincharakter nicht bestätigen ließ. Daher 'fehlen' auch einige Nummern in der unten stehenden Auflistung.

Die B-Vitamine kommen in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor (z. B. in Fisch, Leberprodukten, Milchprodukten, Broccoli, Spinat oder Grünkohl). Eine Ausnahme stellt Vitamin B12 dar, welches kaum in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten ist, aber im Gegensatz zu allen anderen wasserlöslichen Vitaminen im Körper gespeichert werden kann. Da alle B-Vitamine wasserlöslich sind, können diese nicht im Körper gespeichert werden (ausser B12). Es empfiehlt sich daher, diese Vitamine täglich über die Nahrung oder entsprechende Ergänzungsmittel zuzuführen.

Vitaminmangel - Was passiert wenn uns Vitamin B fehlt?

Vitamin B6, B9 und B12 beugen selbst schweren Demenzformen wie Alzheimer bis zu einem gewissen Grad vor, weil sie für den Aufbau von Myelin – die schützende Fettschicht um Nervenzellen – ebenso notwendig sind wie für die Produktion von Neurotransmittern. Die wichtigsten Warnsignale für einen Vitamin-B-Mangel sind Vergesslichkeit und mentale Verwirrtheit. Studien des ‘Optima- Projekts’ zeigen auf, dass B-Vitamine Gehirnschrumpfungen bei Demenzpatienten deutlich verlangsamen und nach zwei Jahren gar halbieren können. Hohe Dosen von Vitamin B schützen laut Studien auch vor Feinstaub (Luftverschmutzung).1

Vitamin-B-Mangel kann aber auch psychische Leiden wie Paranoia, Psychosen, Manien und Schizophrenie begünstigen. B-Vitamine sind zudem auch wichtige Bausteine für Co-Enzyme und an vielen anderen Prozessen im Körper beteiligt: Energiestoffwechsel, Nervensystem, Herzfunktion (B1); Sehkraft, Eisenstoffwechsel, Schleimhäute, Zellschutz, Psyche (B2/3); geistige Leistung, Vitamin-Stoffwechsel (B5); Immunsystem, Hormontätigkeit (B6); Schwangerschaft, Zellteilung, Blutbildung

Zusammenfassung - Jedes B-Vitamin unterstützt unseren Körper auf seine Art

Nachfolgend haben wir für Sie eine Auflistung der B-Vitamine und woran sie im Körper beteiligt sind, zusammengestellt: 


Vitamin B1 (Thiamin)

  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem und Psyche
  • Herzfunktion

 


Vitamin B2 (Riboflavin)

  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem
  • Schleimhäute und Haut
  • Rote Blutkörperchen
  • Sehkraft, Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung
  • Eisenstoffwechsel
  • Schützt Zellen vor oxidativem Stress
 


Vitamin B3 (Niacin)

  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem und Psyche
  • Schleimhäute und Haut
  • Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung


Vitamin B5 (Pantothensäure)

  • Energiestoffwechsel
  • Synthese und Stoffwechsel von Steroidhormonen, Vitamin D und einigen Neurotransmittern
  • Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung
  • Geistige Leistung

 


Vitamin B6 (Pyridoxin)

  • Cystein-Synthese
  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem und Psyche
  • Homocystein-Stoffwechsel
  • Eiweiss- und Glykogen-Stoffwechsel
  • Bildung roter Blutkörperchen
  • Immunsystem
  • Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung, Regulierung der Hormontätigkeit

 


Vitamin B7 (Biotin)

  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem und Psyche
  • Stoffwechsel Makronährstoffe
  • Haare
  • Schleimhäute und Haut


Vitamin B9/11 (Folsäure)

  • Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft
  • Aminosäuren-Synthese
  • Blutbildung
  • Homocystein-Stoffwechsel
  • Psyche
  • Immunsystem
  • Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung
  • Funktion bei der Zellteilung

 


Vitamin B12 (Cobalamin)

  • Energiestoffwechsel
  • Nervensystem und Psyche
  • Homocystein-Stoffwechsel
  • Bildung von roten Blutkörperchen
  • Immunsystem
  • Reduzierung von Müdigkeit und Erschöpfung
  • Funktion bei der Zellteilung

 

Quelle: David Seiler | 8. Mai 2025 – Zeitenschrift-Ausgabe 121